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Schon gewusst?

Deutsche Seite


Bundeskanzlerin Merkel sandte dem Sejmmarschall und gewählten Präsidenten der Republik Polen, Bronislaw Komorowski, folgendes Glückwunschschreiben:

Sehr geehrter Herr Sejmmarschall,

zu Ihrer Wahl zum Präsidenten der Republik Polen gratuliere ich Ihnen herzlich.

Ich wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegenden Herausforderungen viel Erfolg und eine glückliche Hand. 20 Jahre nach Erlangung der deutschen Einheit erinnern wir uns mit Dankbarkeit an den großartigen Beitrag, den die Polen zur europäischen Einigung geleistet haben. Ich freue mich daher darauf, mit Ihnen das vertrauensvolle Verhältnis zwischen unseren beiden Ländern weiter zu vertiefen und gemeinsam für eine gute Zukunft im vereinten Europa einzutreten.

Ich würde es sehr begrüßen, unsere bereits bestehenden Kontakte bei weiteren Gesprächen fortführen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Merkel
Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Jimi Hendrix zu Ehren

Tausendfache Gitarrenklänge in der Wroclawer Altstadt

Zum 8. Mal fand an diesem 1. Mai in der Wroclawer Altstadt wieder das mittlerweile schon traditionelle Jimi Hendrix Festival statt. Das diesjährige Gitarrenspektakel, unter dem Motto "Gitarristen aller Länder vereinigt euch", erreichte mit 4597 registrierten Teilnehmern, die gemeinsam die bekannten Songs von Jimi Hendrix und anderen Größen der Rockgeschichte anstimmten, erneut einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Aus vielen Ländern reisten die Gitarristen der unterschiedlichsten Altersgruppen an, um dem vor 40 Jahren verstorbenen Rockidol die musikalische Ehre zu erweisen. Von der großen Bühne aus stimmten Musiker aus Polen, Schweden, Ungarn und Amerika das Publikum und ihre über 4500 Kollegen mit ihren Gitarrenklängen ein, coverten gleichzeitig mit ihnen die Songs der Rockklassiker, präsentierten aber auch eigene Kompositionen. Am Abend standen dann, ebenfalls im Rahmen des Jimi Hendrix Superkonzerts, auf einem nahegelegenen Festgelände Bands wie TSA, Ray Wilson & Stiltskin und Dzem auf der Bühne. RockInBerlin sprach vor Ort mit einigen Musikern. Ein ausführlicher Bericht mit Fotostrecke ist in der Ende Mai erscheinenden Printausgabe von RockInBerlin. (vov)

Am 1.Mai nach Sulecin

Wake Up Festival für junge Nachwuchsbands

Im Jahr 2005 wurde anlässlich des Europatages am 1. Mai in Polen vom Kulturhaus SOKSIR in Sulecin ein europäischer Rockwettbewerb ausgelobt. In diesen fünf Jahren hat sich der Wettbewerb gewaltig entwickelt. Der Bekanntheitsgrad des Wettbewerbs und der Ruf ist in den Jahren immens gewachsen. Zu verdanken ist dies der professionellen Vorbereitung sowie der Organisation des Direktors Bartholomej Skrzpczak und seines Teams, insbesondere Jaceck Filipek.
Was zeichnet den Wettbewerb im Besonderen aus? Wer Wettbewerbe von Amateurbands besucht, erlebt oft kleine Bühnen, eine improvisierte Technik und selten überregionale Presse, Fernsehen oder berichtende Radiostationen. Alle diese Medienpartnerschaften sind gegeben. Die Bands spielen auf einer großen Bühne mit professioneller Technik und dies open air. So sind professionelle Voraussetzungen in Sulecin gegeben. Schon allein dieses ist für viele beteiligte Bands ein außergewöhnliches Erlebnis. Ein besonderes Beispiel dafür aus den vergangenen Jahren ist die italienische Band Gecko's Tear (www.myspace.com/geckostear) aus Neapel die inzwischen auf großen Festivals wie dem Afrak? Festival spielen. Von so weit her angereiste Gruppen waren bisher leider die Ausnahme. Die diesjährigen Wettbewerbsteilnehmer kamen aus Deutschland, Tschechien, Polen, Ukraine, Slowakei sowie Weißrussland. Im ersten Jahr waren es größtenteils polnische Bands aus der näheren Umgebung und einige Bands aus zwei weiteren Ländern. In diesem Jahr wurden die polnischen Teilnehmer aus annähernd 200 Einreichungen von der polnischen Vorbereitungsgruppe auf 5 Teilnehmer aus Polen eingeschränkt. Mit dem Ruf des Qualitätsanspruches sind auch die Bewerbungen aus dem Ausland zahlreicher.
Das Spektrum der dabei vertretenden Musikrichtungen reicht von Partybeats bis zu Heavy Metal. Wichtigste Voraussetzung für die Zulassung zum Wettbewerb ist die Einreichung und Präsentation eigener Titel sowie, dass die Bands nicht als Profimusiker arbeiten. Dabei fallen ins Besondere die polnischen Bands durch ihre gute musikalische Ausbildung auf. Offensichtlich gibt es in Polen noch die Musikschulausbildung, die gute Rockmusiker hervorbringt. So war die Qualität der in diesem Jahr aufgetretenen Bands sehr nah beieinander. Letztendlich gewann in diesem Jahr die Band, die Musik und Performance am Besten in Übereinstimmung brachte. Diese Band kam aus Tschechin und heißt Pechota. Eine Rockband deren gute Stimmung sich sofort auf das Publikum übertrug und die Jury begeisterte, deren Arbeit in diesem Jahr wirklich schwer war. Neben dem ersten Preis, 800€, (http://www.pechota.eu) konnten in diesem Jahr ein professionelles Fotoshooting (http://www.myspace.com/podobamisie) und 40 Stunden Studioaufnahmen (http://www.mate.band.pl) gewonnen werden. Der beste Sänger Rafa³ ¯urawiñski kam von Mate, als bester Schlagzeuger erhielt Daniel Lipka (http://www.myspace.com/cropla), als Gitarrist Tomasz Parysek (http://www.minimummasy.art.pl) und als Bassist Christian Maasch (http://www.myspace.com/roompilots) je einen Preis. Den ausgelobten Sonderpreis des Jurymitgliedes www.rockradio.de für einen Auftritt in Berlin erhielt Kciuk and the Fingers aus Gdansk http://www.myspace.com/kciuk.

Weitere Informationen zum Festival gibt es auf http://soksir.aplus.pl/icotam/festiwal/

Bewerbungen zum Wettbewerb aus Polen sind an wakeupfestiwal@op.pl und Bewerbungen aus Deutschland an rock@ich.ms Siegfried Lewerenz in Kooperation mit www.rockradio.de zu richten.

Siegfried Lewerenz


Die Roten Gitarren bleiben ihren deutschen Fans treu

Voriges Jahr haben die Roten Gitarren / Czerwone Gitary nach 25 Jahren, womit eigentlich keiner mehr rechnete, wieder ein deutsches Album auf den Markt gebracht - und sind damit sehr erfolgreich. RockInBerlin rief Jerzy Skrzypczyk, den Mitbegründer der Band 1965 Zuhause in Gdansk an, um noch mehr über ihre derzeitigen Planungen zu erfahren : "Wir sind gerade von einer Konzerttour aus Kanada zurückgekehrt, wo wir auch zwei Songs von dem deutschen Album gespielt haben", berichtete der Bandleader. An alte Traditionen anknüpfend, warteten sie auch gleich mit einem neuen Hit in deutscher Sprache auf: "Schwer verliebt und Herz verschenkt". Die Idee zu einem deutschen Album kam ursprünglich von dem Plattenlabel, das schließlich nachrecherchierte, ob sich das deutsche Publikum nach so langer Zeit denn überhaupt noch an sie erinnert. Das Ergebnis: die Roten Gitarren hat hier keiner vergessen und so wurde, wie in alten Zeiten, wieder für das hiesige Publikum komponiert: "Es ist ein reines deutsches Album, drei Songs davon werden auch auf dem nächsten polnischen Album erscheinen", so die Planungen. Alles weitere über die Roten Gitarren, ihre Geschichte als erste polnische Beatband in den 60ern und ihre Zukunftspläne wird ausführlich in der ersten Ausgabe unseres Magazins RockInBerlin zu lesen sein, dass Ende Mai erscheint. (vov)
Auf dem Foto: Jerzy Skrzypczyk und Volker Vos (2009)

Georg Dehio-Buchpreisträger 2010 stehen fest


Die Auszeichnung geht an MartinPollack für sein Gesamtwerk und W³odzimierz Nowak mit der Übersetzerin Joanna Manc für das Buch »Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale«

Die feierlichePreisverleihung findet
am 23. September 2010 in Berlin statt.


Die siebenköpfige Jury unter demVorsitz von Nina Ruth Sottrell sprach den Hauptpreis dem SchriftstellerMartin Pollack zu. Der Ehrenpreis geht an W³odzimierz Nowak und dieÜbersetzerin Joanna Manc für das Buch Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale.

Bildstrecke oben (v.l.):Martin Pollack(© Lukas Beck, Paul Zsolnay
Verlag),W³odzimierz Nowak (© Piotr Skórnicki, Eichborn Verlag),
Joanna Manc (©Sebastian Andreas)

Temperamentvoll, rockig, aber ohne Schuhe

Cora Lee präsentiert ihr Akustik-Programm

"Ich habe mir heute extra einen langen Rock angezogen", ließ die Berliner Rocklady Cora Lee ihr Publikum gleich zum Anfang des Auftritts kürzlich im Fire Club in Berlin-Mitte wissen. Doch Cora im langen Rock? Also, es war doch ein Minirock, wie das Publikum bei genauerem Hinsehen eindeutig feststellen konnte. Aber nun zur Musik: Frech, verführerisch, aber vor allem temperamentvoll präsentierte sie an diesem Abend ihre besten Hits in Form eines Akustik-Programms unter dem Titel: "Love, Men & Guitars". Dabei wurde sie lediglich von einer "einfühlsamen Gitarre" plus Perkussion" musikalisch begleitet. Da fehlte auch ihr bekannter Song und Ohrwurm "Rock ´n` Roll Megastar" nicht, der eine Huldigung an die alten Rockstars früherer Zeiten ist. Jeder Song, auf Englisch gesungen und von ihr selbst komponiert, hat seine eigene Geschichte, die Cora dem Publikum kurz und recht spaßig erläutert. Cora ist nicht nur eine Rockmusikerin, sondern auch eine gute Entertainerin, die das Publikum während ihres Auftritts einfach mitreißt.
Dass es mitunter anstrengend sein kann, in hochhackigen Schuhen auf der Bühne zu stehen, blieb an diesem Abend niemandem verborgen. So kam dann der Moment, als sie sich der hochhackigen Dinger kurzerhand entledigte und plötzlich, ein paar Zentimeter kleiner als am Anfang des Konzerts, völlig schuhlos weitermachte.
Nun war dies ein Auftritt in kleinerem Rahmen mit typischer Barkonzertatmosphäre. Noch powervoller sind ihre Darbietungen, wenn sie mit ihrer vollständigen Rockband, CorleeMad, auf der Bühne steht, und dann mit komplettem elektronischem Equipment mit E-Gitarre, Bass und Drums.
Es sei in diesem Zusammenhang noch darauf verwiesen, dass sie für ihr rockiges Schaffen bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde. Beispielsweise mit dem Deutschen Rock & Pop Preis 2006, Kategorie: Bester Rocksong sowie 2007 mit dem Preis der Deutschen Rockstiftung, Kategorie: Beste Rocksängerin. Die Berliner Rocksängerin ist mit mehreren Songs auf einigen Samplern in Europa und den USA vertreten. In Kürze wird das Debütalbum der jungen Künstlerin erscheinen, gab Holger Schade vom Büro für Künstlermanagement schon mal vorab bekannt. (vov)

www.coralee.de

Hommage an Mikis Theodorakis in der Volksbühne

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Zum Abschluss des Festivals Musik und Politik
Hommage an Mikis Theodorakis in der Volksbühne

Zum Ausklang des diesjährigen viertägigen "Festivals Musik und Politik" in Berlin fand vorigen Sonntag in der Volksbühne das Highlight der Veranstaltungsreihe statt: "Mikis Theodorakis Hommage". Griechische und deutsche Künstler traten auf, präsentierten Lieder zu Ehren Theodorakis bzw. interpretierten den wohl berühmtesten Griechen, der dieses Jahr seinen 85. Geburtstag feiert. Es war eine regelrechte Mammutveranstaltung, die bis nach Mitternacht andauerte. Im Saal war kein Platz mehr frei, selbst die Treppen dienten vielen Besuchern als Sitzplatz. Die Künstler wurden mit großem, oft lang andauerndem Beifall bedacht. Es traten so bekannte Künstler wie beispielsweise Jasin Challah (Köln), Barbara Kellerbauer, Rainer Kirchmann, Nick Nikitakis (Köln), Petros Pandis (Athen), Kostas Papanastasiou, Gina Pietsch, Rainer Rohloff, Janek Siegele, Kalliope Veta (Athen), Peter Zacher (Dresden), Jannis Zotos auf. Konstantin Wecker konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Thema war aber auch immer wieder die aktuelle Situation in Griechenland, wo es auf Grund der von Brüssel verlangten Sparmaßnahmen zu einem Generalstreik kam, der fast das gesamte öffentliche Leben in dem Mittelmeerland zum Erliegen brachte.

Der Komponist Mikis Theodorakis wurde mit der Musik zum Film "Alexis Sorbas" weltberühmt. Er komponierte Sinfonien, Ballette, und Opern, Filmmusiken und Kammermusik. Sein musikalisches Schaffen, das er mit gesellschaftspolitischem Engagement verbindet, wird weltweit gewürdigt und ist vielen ein Vorbild. Nicht wenige Künstler auf dem Festival, die mit dem Griechen schon zusammenkamen oder sogar mit ihm zusammen in der Vergangenheit auf der Bühne standen, erwähnten ihn nur mit seinem Vornamen. Während des Zweiten Weltkriegs und während des Bürgerkriegs in seinem Land beteiligte er sich aktiv am Widerstand. Während der Militärdiktatur in Griechenland von 1967-1974 waren seine Lieder verboten. Er kam ins Gefängnis, wurde aber nach einer weltweiten Solidaritätskampagne frei gelassen und ging ins Exil, von wo aus er weiterhin den Widerstand gegen die Militärjunta organisierte. Erst nach deren Sturz konnte er nach Griechenland zurückkehren. Dort wurde er nach seiner Rückkehr aus dem Exil wie ein Volksheld gefeiert. Zurückblickend sagte er in einem Grußwort an das Festival: "Ich gehöre einer Generation an, die sich einem extremen Idealismus verschrieben hatte. Mein Leben war ein unaufhörlicher Kampf zwischen dem Idealem und dem Wirklichen, dem Alltäglichen und der Vision."

Hinweis: Am 6. März 2010 überträgt ALEX im offenen Kanal www.alex-berlin.de um 23.00 Uhr die ebenfalls im Rahmen des diesjährigen Festivals in der Wabe stattgefundene Konzertveranstaltung "Liederbestenliste präsentiert". Dort traten die Musiker Danny Dziuk, The Incredible Herrengedeck, Bernadette La Hengst und A.M.T. auf. Diese Künstler zeichnen sich nicht nur durch ihr ausgezeichnetes musikalisches Können aus, sondern ebenfalls durch ihre pointierte Darstellung der aktuellen politischen Lage in Deutschland, bei der die politischen Akteure so richtig auf die Schippe genommen werden und oft kein Auge trocken bleibt. (vov)


Pankower RockBar lädt zum Rock´n`Roll-Stammtisch

Es ist Dienstagabend, die Pankower RockBar in der Mühlenstraße 30 hat zum Rock´n`Roll-Stammtisch eingeladen. So ab 18.00 Uhr füllt sich langsam die RockBar, auf der Bühne werden die Anlage aufgestellt und die Instrumente gestimmt. H-Minor www.myspace.com/hminors rüsten sich zum Auftritt. Sie covern die bekannten Rockklassiker. Genau genommen heißt ihr Motto: "Von Abba bis Zappa and Back to our Roots". Wobei man wegen Abba nicht irritiert sein sollte. Die Songs der schwedischen Hitproduzenten von einst bekommen bei H-Minor einen kräftigen rockigen Schwung. Los geht`s aber erstmal mit Smoke On The Water.
Das Geschehen auf der Bühne gestalten aber nicht nur gut eingespielte Bands. Es wird ausdrücklich zur Jam Session, einem kurzen Auftritt oder Unplugged-Experimenten eingeladen. Jeder, der musikalisch etwas drauf hat, kann auf die Bühne gehen und sein Können unter Beweis stellen.
Nachdem das erste Treffen im Januar ein voller Erfolg war und von der hiesigen Rockszene gut angenommen wurde, wird der Stammtisch nun zu einer ständigen Einrichtung und findet jeden Monat einmal statt. Den nächsten Termin schon mal vormerken: 16. März 2010. Dann kommen wieder Rockfans und Rockmusiker zusammen, um der Musik zu lauschen, sich auszutauschen und sich einfach mal locker kennen zu lernen, egal ob Profi oder Amateur. Es kommen Rockfans aller Stilrichtungen auf ihre Kosten. "Die RockBar füllt mit dieser Veranstaltung eine Lücke in Berlins Musikszene", sagt Holger Schade vom Büro für Künstlermanagement, der den Stammtisch organisiert hat. Der Eintritt ist frei. Ansonsten finden in der RockBar außer dem Stammtisch noch jede Menge andere Rockveranstaltungen statt. Die Kneipe ist aber auch über die Grenzen Berlin hinweg bereits recht bekannt.
RockBar-Chefin Nicole Nehls verweist auch auf die vielen Auftrittsangebote von Musikern aus dem Ausland, so beispielsweise aus England und Polen.
Weitere Infos unter: www.rockbarpankow.de Alles läuft zudem unter dem Motto: Für Toleranz und gegen Rassismus.

Volker Voss


In Rickenbackers Music Inn

Deutsch-Polnische Bluesklänge

Am 31. Januar 2010 trat BRBQ in Rickenbackers Music Inn in Berlin-Wilmersdorf auf. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Berliner Rythm & Blues Quintett, das als Formation noch nicht so sehr bekannt ist. Leider sucht man auch ihre Website vergebens. Doch dann die Überraschung: Es sind in erster Linie die einzelnen Musiker der Gruppe, die in der Musikszene entweder als Solisten oder als Mitglieder anderer Bands Rang und Namen haben und schon seit langem auf der internationalen Bühne stehen. Zudem handelt es sich um eine deutsch-polnische Gruppe. Das sind: Harald Aleksa (bass), Richard Aramee (git, voc.), Jens Schmiedl (git, voc.), Chris Szachnowski (piano), Dirk Morning (drums) und Mathias Stolpe (harmonika). BRBQ kann man als Bluesmusiker der alten Schule bezeichnen. Denn was sie dort präsentierten, war, wie der Name schon verrät, der typische Rythm Blues wie er in den USA bereits in den 40er Jahren gespielt wurde und in jeder Hinsicht dem Original gleichkommt. Es wechselten sich ausgesprochene Powerstücke und ruhige Tracks mit geschickten Mundharmonika- und Gitarreneinsätzen ab. (vov)

rockradio.de feiert fünfjähriges Bestehen

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KEINE ZEIT FüR SCHLECHTE MUSIK

Während draußen Schneegestöber und Temperaturen unter Null Grad das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen brachten, wurde am 9. Januar allen Gemeinheiten Petrus` zum Trotz bei guter Laune im U5 in Berlin-Marzahn das fünfjährige Jubiläum von rockradio.de kräftig gefeiert. Für ausgelassene Stimmung am Geburtstagsabend sorgten die Rockband Diven, Eva Kyselka und Peter Butschke. Zwischendurch wurden rockige Klänge verschiedener Stilrichtungen aufgelegt. Das war dann auch eine gute Gelegenheit für rockinberlin.pl mit den Berliner Radiomachern in Kontakt zu treten und schon mal über das ein oder andere künftige gemeinsame Musikprojekt zu sprechen.
Unter dem Motto: „Das Leben ist viel zu kurz für schlechte Musik“ bietet rockradio.de seit 2005 über das Internet ein buntes und abwechslungsreiches Programm, das abseits vom Medien-Mainstream alles das sendet, was die Großen eben nicht ausstrahlen. Und vor allem: rockradio.de ist weltweit zu empfangen. Auf dem Sendeplan steht das riesige Spektrum der Genres Rock, Blues, Punk, Folk, Jazz – anders als leider woanders weit verbreitet, ohne Abstriche und lediglich auf die neuesten Hits fixiert. Da kommen beispielsweise auch Rockbands aus Osteuropa zu Gehör, fast vergessene Oldies, junge Newcomer aus dem Kiez, Liedermacher, World Music-Interpreten etc. Aber auch bekannte international erfolgreiche Musiker haben die ambitionierten Moderatoren von rockradio.de oft für Interviews gewinnen können. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass nicht selten sowohl neue als auch altbekannte Musiker aus Polen gespielt werden.
Der Fantasie und dem Enthusiasmus der Moderatoren sind da keine Grenzen gesetzt.

Volker Voss

FARBEN LEHRE ist eine konsequente Band

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FARBEN LEHRE - FERAJNA

Lustig, punkig und optimistisch
FARBEN LEHRE ist eine konsequente Band


„Im wesentlichen gehen die bestehenden Farbenlehren und Farbtheorien von zwei unterschiedlichen Schwerpunkten aus“, so die wissenschaftliche Definition zum Thema Farbenlehre. Recht ähnlich ist es bei der polnischen Punkband FARBEN LEHRE. Sie haben ebenfalls zwei Schwerpunkte, nämlich Punk und Reggae, wobei der Schwerpunkt eindeutig beim Punk liegt, und zwar der melodischen Stilrichtung nach den Vorbildern Sex Pistols, Ramones und Clash, von denen einige Songs gecovert wurden. Auf jeden Fall passe Reggae gut zum Punk. Man denke nur an Guns of Brixton von The Clash.
Irgendwie ist bei der Band aus Plock (Zentralpolen) noch einiges erklärungsbedürftig: „So bis vor 15 Jahren hielten uns viele für eine deutsche Band, doch mittlerweile weiß jeder hier, dass wir eine polnische Band sind,“ erzählt Bandleader Wojciech Wojda. „Es gab mal einen berühmten polnischen Lyriker Anfang des 20. Jahrhunderts, der schrieb ein Gedicht, das Farbenlehre hieß. Der Name gefiel mir so sehr, dass ich ihn ins Deutsche übersetzte, weil er auf Deutsch besser als auf Polnisch oder Englisch klingt. Und in zwei Worten geschrieben, sieht er einfach besser aus. Deutsche Bands könnten ebenso polnische Namen tragen.“ Ein deutscher Name kann auch problematisch sein: „Als wir 1988 in der Ex-UdSSR auftreten wollten, wurde uns gesagt, eine polnische Band mit einem deutschen Namen kann hier nicht spielen. So benannten wir uns in FL um. Dann klappte es. Das hört sich heute lustig an, war es damals aber überhaupt nicht.“
Nun gibt es sie schon fast ein Vierteljahrhundert, sind nicht in den Mainstream abgedriftet und können seit fast sechs Jahren von ihrer Musik leben, was für eine Punkband nicht die Regel ist. Dafür sind sie ständig auf Tour. Allein um das neueste Album Ferajna zu promoten, stehen sie in Polen etwa 40-mal auf der Bühne. Hinzu kommen noch Konzerte in Österreich und Deutschland. Stolz berichten sie von ihren gemeinsamen Gigs mit den Toten Hosen.
Jedenfalls gab es so um 1990 einen Bruch: „Wir gingen vom Underground in den Overground.“ Vor der Wende konnte nichts veröffentlicht werden. 1991 erschien das erste Album. 1990 gewannen sie einen Preis auf dem berühmten Jarocin-Festival. Davor waren sie nur im Ausland auf einigen Samplern vertreten. „Vor der Wende waren unsere Songs sehr pessimistisch, danach wurden wir optimistischer und lustiger.“ Unter dem alten Regime hatten wir Probleme mit den Instrumenten, mit Übungsräumen, Gigs und der Zensur. Wir waren auch oppositionell eingestellt und das machte die Sache nicht einfacher“, erinnert er sich. „Wir waren eine Amateurband, aber heute spielen wir besser“, fügt Wojciech spaßig hinzu. Davon zeugen immerhin 12 gut verkaufte Alben. Manches war widersprüchlich: Denn polnische Punkgruppen wie Dezerter und Moskwa schafften es vor der Wende, Alben rauszubringen. „Sie waren bekannt, populär und Symbole des Widerstands. Wir waren seinerzeit noch Anfänger und eine unbekannte Garageband.“
Ihre Songs sind einfach lustig, oder es geht um Liebe, Beziehungen und Politik. „Wir können heute frei reden und singen. Okay, auch heute ist nicht alles so toll. Doch wir sind eine konsequente Band: was heute schlecht ist, war auch damals schlecht. Selten werden unsere Lieder im Radio gespielt. Eine offizielle Zensur gibt es heute in Polen nicht,“ merkt er an. „Doch mein größter Feind ist die menschliche Dummheit. Die gibt es zu jeder Zeit, in jedem Land.“ Volker Voss

Farben Lehre
Ferajna
Lou & Rocked Boys
www.myspace.com/farbenlehre


Auf den Spuren Niemens an der Spree

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50 Jahre polnischer Rock

50 Jahre polnischer Rock
Auf den Spuren Czeslaw Niemens an der Spree


Das ganze Jahr über gab es in Polen Veranstaltung zum Thema „50 Jahre polnischer Rock“. Die Geschichte der polnischen Rockmusik wird unter anderem mit dem Namen des berühmten Musikers Czeslaw Niemen verbunden, der vor knapp sechs Jahren verstarb, aber ein musikalisches Erbe hinterlässt, das seinesgleichen sucht. In Berlin fand am 8. November 2009 ebenfalls eine Veranstaltung zum Thema „50 Jahre polnischer Rock“ und zu Ehren des Musikers Niemen statt. Aber nicht nur in seiner polnischen Heimat, sondern weltweit hatte er unzählige Fans. Weltweit ist er auch aufgetreten, hat in Polen, im westlichen und östlichen Ausland erfolgreiche, in die Rockgeschichte eingegangene Alben herausgebracht. Marlene Dietrich wurde in den sechziger Jahren auf ihn aufmerksam und übernahm einen seiner Songs Czy mnie jeszcze pamiêtasz, den sie ins Deutsche übersetzte und selbst sang. Das Lied hieß: Mutter, kannst du mir vergeben.

Wir sind seinen musikalischen Spuren hier in Berlin nachgegangen und reichlich fündig geworden. Lange vor der politischen Wende ist er bereits im Ost- und Westteil Berlins aufgetreten. In Westberlin war er im November 1974 zu Gast beim damaligen Sender Freies Berlin (SFB) im Haus des Rundfunks in der Charlottenburger Masurenallee (heute rbb). Sein Live-Konzert wurde damals aus dem SFB direkt übertragen und war in Ost und West zu hören. Er gab viele Konzerte hier in der Stadt, die sich gar nicht mehr alle aufzählen lassen.

Doch gerade zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, den die Berliner kürzlich groß gefeiert haben, erinnern wir uns, die RockInBerliner, auch an ein anderes Ereignis: Der große Meister aus Polen, der Rock-, Jazz-, Blues- und Experimentalmusiker Niemen, gab vor etwas über 20 Jahren, also kurz vor der Maueröffnung, ein Konzert im Quasimodo. Er trat dort zusammen mit dem ebenfalls berühmten Saxophonisten Joe Kuèera auf, der aus Prag stammt und seit 1969 in Berlin lebt. Kuèera ist bereits in den Sechzigern zusammen mit Karel Gott aufgetreten.

Auf der Veranstaltung am 8. November in der Werkstatt der Kulturen war auch Joe Kuèera anwesend und trug einige Songs, begleitet von dem Pianisten Chris Szachnowski, vor. Jaroslaw Krolikowski, der wohl beste Imitator Niemens, reiste aus Polen an und trug bekannte Lieder Niemens vor. Ebenfalls traten Iwona Cudak, das Band „B5“ von Harald Alexa und Lear’s Child auf. Schließlich wurde ein von RockInBerlin kürzlich gedrehter Film aufgeführt, in dem Zeitzeugen und Weggefährten Czeslaw Niemens, teilweise an authentischen Orten über ihre Begegnungen mit dem Meister hier in der Stadt berichteten. Die Veranstaltung wurde von RockInBerlin und der Polnischen Alternative e.V. organisiert.

Volker Voss


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